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Künstler und Schule - wie passt das zusammen?

Der Versuch, Kunst zu definieren führt, gerade nach langer und kontroverser, vielleicht auch hitziger Diskussion fast unweigerlich zu einem Ergebnis wie diesem: Kunst ist die Kunst der Kunst. Je länger wir diskutieren, je schärfer wir nachdenken, desto unklarer wird der Begriff der Kunst. Kürzlich ist das Buch "Was ist Kunst,- 1080 Zitate geben 1080 Antworten" wieder neu aufgelegt worden und bereits nach wenigen Seiten weiß man, dass man nichts weiß.1

Die Welt der Kunst
Im Laufe einer solchen Diskussion stellt sich heraus, dass Kunst eine riesige Projektionsfläche darstellt. An die Kunst werden die unterschiedlichsten Erwartungen gestellt: Kunst soll erbauen, zur Kontemplation anregen, unterhalten, irritieren und schockieren, schön sein, Schönheit anzweifeln, gesellschaftliche Abgründe aufzeigen, subversiv wirken, utopieren, als Luxusgut dienen, (Über-)Lebensmittel sein, einfach nur Kunst sein, „anders“ sein, Frieden stiften, Fragen stellen und vieles mehr und vieles davon gleichzeitig. Kürzlich sagte jemand in einer Diskusion: "Kunst ist ein Störfaktor". Ich entgegnete mit Matisse: "Kunst soll sein wie ein Lehnstuhl". Natürlich stimmt beides, und auch das manchmal gleichzeitig.

Kunst kann alles sein, also auch nichts. Ist demnach "Künstler" überhaupt ein Beruf? Ist jeder Mensch ein Künstler? So wenig es möglich ist, Kunst zu definieren, so ungeklärt ist der Beruf des Künstlers und so vielfältig sind auch hier die gesellschaftlichen Erwartungen. Für viele Menschen sind sie Spinner, deren Leistung lediglich darin besteht, sich selbst gut vermarkten zu können, für andere wiederum sind sie so etwas wie Schamanen, die sich mit ungeahnten Tiefen beschäftigen. Die Extreme von Verachtung und Bewunderung liegen nahe beieinander und auch hier ist gelegentlich beides gleichzeitig möglich.

Es fällt uns also schwer zu klären, was Künstler sind, weil wir Kunst nicht definieren können und so bleibt uns letztlich die Definition: Künstler sind Menschen, die Kunst machen.
Was sich zunächst so anhört, als müssten wir im Bannkreis der Tautologie verharren, weist uns eine kleine Lücke aus diesem heraus: Schlüssel dafür ist das Wort "machen". Wenn wir uns damit beschäftigen, was Künstler tun, kommen wir der Sache vielleicht näher.

Kaum jemand hat die Tätigkeit des Künstlers besser beschrieben als Norbert Kricke, Rektor der Kunstakademie Düsseldorf von 1972 bis 1981: "Kunst ist nicht lehrbar. Es gibt keine Regeln für die Kunst, sie entsteht aus dem Menschen, der Mensch und Welt erlebt und dies Erleben mit bildnerischen Mitteln niederschreibt". Und Markus Lüpertz, Rektor der Akademie seit 1988 ergänzt: "Um ein Zukünftliches will ich Schüler, die im Meer des Ideellen, im Tal des Unsinnigen und im Himmel des Genialen zu Hause sind."2

Künstler werden dazu ausgebildet, eine eigenständige, persönliche, bildnerische, also künstlerische Sprache zu finden und diese weiterzuentwickeln. Es gibt natürlich auch Künstler, die nicht an einer Kunsthochschule studiert haben; Voraussetzung für das Niederschreiben des Welterlebens mit bildnerischen Mitteln sind allerdings intime Kenntnisse der bildnerischen Mittel. Diese sind heutzutage so außerordentlich umfangreich und kontextabhängig, dass es nur noch sehr wenige künstlerisch erfolgreiche Autodidakten gibt. Oder um es mit Francis Bacon zu sagen (der im Übrigen keine Kunsthochschule besucht hat): "Alle Kunst ist nun völlig zu einem Spiel geworden, mit dem der Mensch sich ablenkt; Sie mögen sagen, das war schon immer so, aber jetzt ist es nur noch ein Spiel. So, meine ich, haben sich die Dinge geändert, und das Faszinierende daran ist, dass es für den Künstler jetzt viel schwieriger geworden ist, weil er wirklich dieses Spiel vertiefen muss, wenn er überhaupt gut sein will."3

 

Künstler in Schulen?
Seit einiger Zeit werden die vielen Erwartungen an Kunst und Künstler um eine weitere ergänzt, die ihnen unterstellt, in der Schule einen wertvollen Beitrag leisten können. Nun sollen also Menschen, die "im Meer des Ideellen, im Tal des Unsinnigen und im Himmel des Genialen zu Hause" sind, dazu beitragen, Schule zu verbessern, womöglich sogar an Problemlösungen mitzuarbeiten?

Während es eine Besonderheit des Künstlerberufes ist, dass jeder Künstler ein Spezialist seiner eigenen Sache ist, versucht Schule doch genau das Gegenteil, nämlich alle Kinder mit dem gleichen Wissen über die Welt auszustatten, um sich in ihr zurecht zu finden und sie später mitgestalten zu können. Das Ideal der Schule ist die Note "sehr gut", und wenn alle Schülerinnen und Schüler "sehr gut" wären, dann wäre Schule, von ihrem eigenen Selbstverständnis aus gesehen, perfekt. Vereinfacht ausgedrückt: Schule fokussiert das Kollektive, Künstler stützen sich auf das Individuelle. Künstler entwickeln eine eigene Sprache, Schule vermittelt eine allgemeine. Der Künstler lebt in der Welt und schreibt das Erleben von Mensch und Welt nieder, der Schüler wird dazu angehalten, die Welt von außen zu betrachten, er sammelt und versteht Informationen über die Welt.

Eigentlich gibt es demnach kaum etwas Widersprüchlicheres als Künstler und Schule.

 

Probleme der Wissensvermittlung in Schule
Schule hat die Aufgabe, die Schüler "fit" zu machen für die Zukunft. Nun erscheint uns aber die Zukunft ungewisser als je zuvor. Damit sind nicht die Gefahren gemeint, die schon immer das Leben unwägbar gemacht haben, vielmehr trägt ein deutlich spürbares Gefühl von Instabilität dazu bei, dass nicht mehr deutlich zu werden scheint, welches Wissen für die Welt von morgen eigentlich nötig ist. Nicht einmal das Klima und der Lauf der Jahreszeiten, Grundlagen unseres natürlichen Umfeldes, bleiben unberührt von Veränderung.

Bisher betrachet Schule das kollektive Wissen über die Welt als ein Äußeres, das von dort in die Köpfe der Schülerinnen und Schüler gebracht werden soll. Die dafür adäquaten Kategorien sind „Richtig“ und „Falsch“. Das ist nur folgerichtig, denn das zu vermittelnde Wissen existiert ja bereits und muss von den Schülern reproduziert werden können. Zur Zeit behaupten manche sogar, man müsse den Kindern und Jugendlichen in noch kürzerer Zeit noch mehr Lernstoff in die Köpfe drücken und favorisieren ein Lehrmodell, das dem Gänsestopfen ähnelt. Ich habe Zweifel, dass dieses Lehren und Lernen die Schüler tatsächlich heute noch "fit" macht für die Zukunft, wenn es denn jemals funktioniert hat.

Schule wird ihr Autoritätsproblem nicht nur nicht los, es soll sich sogar noch verschärfen, indem sie die Kinder "fit" machen soll für das gesellschaftliche Modell des Wettbewerbs, der Konkurrenz. Das, so zeichnet sich ab, ist die Zukunft unserer Kinder. Mit dem steigenden Leistungsdruck werden die Kategorien von Richtig und Falsch natürlich weiter zementiert und das, obwohl nicht mehr recht deutlich ist, welches Wissen für die Welt von morgen wichtig ist.

Wer aber dem Leistungsdruck nicht standhalten kann, Kinder also, die zum Beispiel durch die Familie nicht besonders gefördert werden, die sozial benachteiligt sind und so fort, bleiben konkurrenzunfähig. Diejenigen sehen sich schon auf der Verlierer-Seite, bevor das Leben überhaupt erst richtig angefangen hat. Man muss kein Demokratietheoretiker sein, um zu sehen, welche Gefahren darin verborgen sind, wenn sich zu viele Menschen auf der Verliererseite sehen, vor allem in einer Gesellschaft, die die Konkurrenz zu ihrem wesentlichen Prinzip macht. Die anderen aber, die konkurrenzfähig sind und sich entwickeln, geraten in den Stress, konkurrenzfähig zu bleiben und auch das hat seine Konsequenzen, die das persönliche Glück in weite Ferne rücken lassen können. Gerade Kinder und Jugendliche unterliegen phasenweisen Stimmungsschwankungen, die den status quo ihrer schulischen Leistung immer wieder in Frage stellen können.

Ich glaube nicht, dass Lehrerinnen und Lehrer dieses Leistungsdruck-Modell grundsätzlich gut finden, ganz im Gegenteil; sie sehen ja, dass die Kinder und Jugendlichen Schwierigkeiten damit haben und möchten Ihnen helfen. Viele der Lehrenden sitzen zwischen zwei Stühlen, haben einerseits das Lehrprogramm im Nacken und andererseits Schüler vor sich, die sich immer weniger trauen oder vehement gegen die Regeln rebellieren. Dann ist die Ratlosigkeit groß und die Reformideen schwanken zwischen noch mehr Druck und sogenannten skandinavischen Modellen, die freilich nicht beliebig importierbar sind.

In den Jahren, die ich für die Yehudi-Menuhin-Stiftung-Deutschland als Künstler in Schulen gearbeitet habe, war für mich das auffälligste, dass die Kinder die Mus-e Stunden so mochten, weil sie dort den Spaß hatten, den sie im sogenannten normalen Unterricht vermissten. Das haben mir die Kinder immer wieder deutlich zu verstehen gegeben. Dabei hatte mein Programm mindestens ebensoviel mit Konzentration zu tun wie das der Lehrerinnen. Es war auch nicht allein das gemeinsame Singen, der Gesprächskreis, bei dem wir Dinge besprachen, wie etwa die Frage nach Einzigartigkeit; ähnliches kannten die Kinder auch vom normalen Unterricht. Auch, dass ich keine Noten gab, machte die Mus-e Stunden nicht beliebter, nicht wenige Kinder waren sogar der Meinung, dass erst Noten meinen Stunden den rechten Wert gäben, indem ich ihre  Leistung differenziere.
Das alles machte die Sache noch nicht so speziell und mit der Zeit habe ich immer mehr den Eindruck gewonnen, dass es an der Kunst selbst liegen muss, dass die Kinder sich freier fühlten, ihren Spaß hatten und trotzdem bzw. deswegen viel lernten.

 

Unzählige Kriterien
Das Faszinierende war vielleicht, dass die Kinder spürten, dass sie etwas ganz Eigenständiges und Persönliches erreichten, wenn sie zeichneten und malten, aber auch, dass sie eigentlich nichts falsch machen konnten, denn es gibt für ein gestalterisches Ergebnis schließlich keine Kriterien wie "richtig" oder "falsch", sondern eine Vielfalt an Kriterien, wie zum Beispiel: schön, cool, verrückt, supergenau, extravagant, schludrig aber genial, unheimlich, fantasievoll und so fort. Die Frage nach einem Bild ist nämlich stets diese: Für was ist dieses Bild, diese Darstellung charakteristisch? Das ermöglichte den Kindern eine Phantasie, die weit gehen konnte, trotzdem nicht vom Thema abschweifte und dadurch einen Ort erhielt.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, ein Ding, ein Gefühl, eine Geschichte darzustellen, so dass grundsätzlich immer nur zählt, wie man etwas darstellt. Den Umhang hiermit kennen Künstlerinnen und Künstler am besten, denn es ist ihr tägliches Tun, sich mit Darstellungsweisen zu beschäftigen. Schließlich konnten sie ihre persönliche, künstlerische Sprache nur entwickeln in einem intensiven Vergleich mit schon vorhandenen bildnerischen Sprachen. Picasso sagte einmal: "Gäbe es nur eine Wahrheit, könnte man nicht hundert Bilder zum gleichen Thema malen."4 Wenn man aber darangeht, Bilder miteinander zu vergleichen - man muss sie ja nur an eine gemeinsame Wand hängen - wird deutlich, dass ein wunderbares Zusammenwirken von Motiv und bildnerischen Mitteln diese vielen Wahrheiten produziert. Kinder und Jugendliche können so entdecken, dass sie mit künstlerischen Mitteln Wirklichkeit interpretieren können.

 

Kunstunterricht / Künstler-Unterricht
Was Künstler nicht verfolgen, ist ein Kunstunterricht, wie er bisher üblich ist und der das bildungsbürgerliche Bestreben, Kunst verstehen zu lernen oder einfach nur das Befolgen von Bastelanleitungen zum Inhalt hat.

Aber auch das Gegenteil von ergebnisgesteuertem Kunstunterricht, also eine Veranstaltung der Beliebigkeit, ist weder Ziel noch Mittel des Einsatzes von Künstlerinnen und Künstlern in Schule. Künstler können dazu neigen, beinahe stereotyp jedem Kind zu sagen: "Das hast du schön gemacht, das ist ein tolles Bild." Das aber mögen Kinder nicht, sie empfinden es als unaufrichtig, wenn man nicht auch etwas nicht so schön findet oder wenn man nicht begründet, wofür man sie lobt. Darüberhinaus hilft auch nicht weiter, ganz ohne Aufgabe an die Sache heranzugehen, denn künstlerischem Handeln liegt immer eine Motivation zugrunde und die kann man auch benennen. Es gibt für Kinder kaum etwas Langweiligeres als die Aufgabe: "Malt mal, was ihr wollt."
Künstler sollen meines Erachtens nicht ein Wellness-Programm für Kinder verfolgen, womit allerdings nicht gemeint ist, dass der Spaß zu kurz kommen soll. Ganz im Gegenteil. Der Spaß, etwas wirklich zu erarbeiten, ist auf Dauer ein befriedigenderer, als der am schnellen, gebastelten, getricksten Ergebnis. Die Identifizierung mit der eigenen Arbeit und der Spaß an dieser ist wechselseitig. Spaß ist zwar als Motivationsverstärker ein Mittel für Erkenntnis, nicht aber das eigentliche Ziel der Arbeit. Das würde auch ein Mißverständnis der Freiheit gegenüber dokumentieren, das allerdings weit verbreitet ist: Freiheit bedeutet, den Ort, an dem man sein möchte, wählen zu können, Freiheit bedeutet aber nicht Ortlosigkeit.

 

Forschung
Künstler in Schulen können ein Feld der Forschung bereiten. Was mit dem Zitat von Norbert Kricke noch nicht erwähnt wurde, ist die Tatsache, dass man nicht nur das Erleben von Mensch und Welt mit bildnerischen Mitteln niederschreibt, sondern, dass man ebenso durch bildnerische Mittel hindurch Mensch und Welt erleben kann. Ich halte die Gleichzeitigkeit dieser beiden Richtungen für das wirklich Faszinierende, denn damit wird deutlich, dass wir die Welt nicht nur beschreiben, sondern sie mit ihrer Beschreibung auch verändern. Kindern und Jugendlichen kann durch eigenes Tun deutlich werden, dass die Welt immer nur so ist, wie wir sie beschreiben.

Hier heben sich spätestens die Widersprüche zwischen Künstler und Schule auf, denn die Aufgabe der Schule ist es ja, Kindern die Welt zu beschreiben, um ihnen das Wissen mit auf den Weg zu geben, das sie brauchen, um sich in ihr zurechtzufinden und sie später auch mitzugestalten. Künstler können mit ihren Methoden dazu beitragen, dass Kinder einen Teil dieses Wissens selbst erarbeiten. Sie können erkennen, dass die Kategorien "Richtig" und "Falsch" nur dann bestehen, wenn die Antwort schon feststeht, dass es aber große Bereiche gibt, die eine Interpretation von Mensch und Welt darstellen, denen unzählige Kategorien zugrunde liegen. Um neue Kategorien finden zu können, ist aber wiederum kollektives, allgemeinverbindliches Wissen vonnöten, wie es Schule klassischerweise vermittelt.

So könnte Kunst, durch Künstler vertreten dazu beitragen, dass Schule und Kunst sich so zueinander verhalten wie Grammatik und Poesie. Grammatik ist ohne Poesie leblos, Poesie ohne Grammatik eindimensional.

 

Chancen für Schule und Künstler
Die Chancen für Schule und Künstler liegen darin, ihr jeweiliges Verhältnis von Kollektivität und Individualität aufs Neue zu überprüfen und anzunähern.

Richtete Schule, die der Gefahr unterliegt, noch mehr Leistungsdruck auf die Beteiligten auszuüben, ihr Augenmerk verstärkt auf individuelle Sichtweisen und deren Vergleiche, gäbe sie den Kindern, aber letztlich auch den Lehrenden, die Chance neben der Wissensreproduktion auch Wissen zu produzieren. Und richteten Künstlerinnen und Künstler ihr Augenmerk stärker auf kollektive Zusammenhänge ausserhalb des Spezialistentums ihrer eigenen Sache, hätten sie die Möglichkeit durch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Kunst wieder aus im besten Sinne naiver Sicht zu betrachten, außerhalb der Kunstszene und Kunstgeschichte und so ihre eigenen Grundlagen aufs Neue zu überprüfen.
Um sinnvoll mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, ist nämlich der Rückgriff auf die künstlerischen Grundlagen, die ich hier mit der Formel des Zusammenwirkens von Motiv und bildnerischen Mitteln beschrieben habe, unbedingt notwendig.

 

Voraussetzung
Voraussetzung für die Chancen von Schule und Künstlern ist allerdings ein ehrliches und intensives, gegenseitiges Interesse aneinander. Das Ganze macht nämlich keinen Sinn, wenn die Schule Künstler zur Mitarbeit einlädt und sie dann mit den Kindern allein läßt, wie es bei Nachmittagsangeboten manchmal der Fall ist. Künstler sind selten ausgebuffte Pädagogen, die mit Kindern, die nach einem langen Unterrichtsvormittag eigentlich nur toben wollen, klarkommen und vor allem: sinnvolle, künstlerische Angebote realisieren können.

Es macht aber auf der anderen Seite auch nicht viel Sinn, wenn die Künstler nur darum in Schule arbeiten, um ein paar Euro zu verdienen und sich sonst nicht für Kinder und Schule interessieren. Dieses Interesse sollte durch Fortbildungen, in denen Künstler mehr über Kinder und Schule erfahren, vertieft werden, wie es im Übrigen im Mus-e Projekt der Fall ist.

 

Fazit
Wenn alles glücklich zusammenkommt, dann können Künstlerinnen und Künstler einen ausgesprochen wertvollen Beitrag an Schulen leisten und somit an der Gesellschaft. Das kommt für die Künstler noch recht unvermutet und stellt eine neue Rolle dar, die jenseits des Konzeptes des Selbst-Spezialistentums liegt und es dennoch nutzt. Und Schule kann spüren, wie produktive Phantasie bei den Kindern freigesetzt wird, die sogar im normalen Unterricht einen Ort finden kann. Denn warum sollten künstlerische Methoden nicht auch dort erprobt werden?

Vielleicht wird dann deutlich, dass auch Mathematik, Sprache und Sachkunde genauso wie die Kunst Möglichkeiten sind, die Welt zu erleben und zu beschreiben.

 

Stefan Lausch
Rede für die Tagung "Kinder zum Olymp – Kunst vermitteln: der Bildungsauftrag der Kultur“, veranstaltet von der Kulturstiftung der Länder in Saarbrücken am 28. und 29.06.2007

 

1 Andreas Mäckler, Was ist Kunst..? – 1080 Zitate geben 1080 Antworten, 1987 Dumont Buchverlag, Köln

2 beide Zitate:
http://www.kunstakademie-duesseldorf.de/cms/fileadmin/dokumente/Infobrosch%FCre.pdf
Juni 2007

3 Francis Bacon, Ausstellungskatalog Haus der Kunst München, Umschlagtext, 1996 Verlag Gerd Hatje, Ostfildern-Ruit

4 Picasso, Über Kunst, S. 112,  1988 Diogenes Verlag Zürich


Stefan Lausch